Mehr als 100.000 Personen werden jährlich zur Teilnahme an einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) aufgefordert. Sie sind auf verlässliche Informationen zum Ablauf der MPU angewiesen, um sich richtig darauf einstellen zu können. TÜV SÜD hat nun eine Video-Serie erstellt, die alle wesentlichen Einzelheiten einer MPU zeigt, den Aufbau und Ablauf genau erklärt und zahlreiche Hintergrundinformationen liefert.
Teil1: Einführung und Ablauf
Teil 2: Leistungstests am Gerät
Teil 3: Das medizinische Untersuchungsgespräch
Teil 4: Die medizinische Untersuchung
Teil 5: Einführung zum psychologischen Untersuchungsgespräch
Teil 6: Die Analyse der Verkehrsauffälligkeiten (Trunkenheitsfahrt)
Teil 7: Klärung der Ursachen (früheres Trinkverhalten)
Teil 8: Besprechen der früheren Verhaltensmotive
Teil 9: Ende des psychologischen Untersuchungsgesprächs und Zusammenfassung
Diese aussergewöhnliche Langzeitstudie beobachtet den körperlichen und seelischen Überlebenskampf der drogenabhängigen Tanja. Über 14 Jahre lang sprachen die Autoren immer wieder mit Tanja, ihrer Mutter und weiteren Personen aus ihrem engeren Umfeld. 1990 sagte die damals 15 jährige selbstbewusst, sie könne mit den Drogen aufhören, wenn sie nur wolle.
Doch in den folgenden Jahren geriet sie immer tiefer in den Teufelskreis der Abhängigkeit. Sie ging ‘Anschaffen’, klaute und dealte. Versuche eines Entzugs scheiterten, und Tanjas Gesundheitszustand verschlimmerte sich erheblich. Ihre Mutter stand dieser Entwicklung hilflos gegenüber, ebenso wie ihre Geschwister und einige Freunde, die ihr helfen wollten.
Jahrelang nahm Tanja am Hamburger Polamidon-Programm teil und konsumierte zusätzlich Kokain und andere Drogen. Wegen mehrerer Delikte sass sie längere Haftstrafen ab. ‘Wenn ich nicht in den Knast gekommen wäre, wäre ich vielleicht schon tot’, sagte damals Tanja und fügte hinzu ‘alleine schafft das niemand’. Immer gab es Momente der Hoffnung in Tanjas Leben, doch Lebenswille und Gesundheit schwanden mehr und mehr.
Im Sommer 2002 wurde Tanja aus einer weiteren elfmonatigen Haft entlassen. Der Kontakt der Autoren zu Tanja wurde zunehmend schwieriger.
Im Winter 2002 wollte sie nicht mehr vor der Kamera sprechen. Eine überraschende Wende trat im Sommer 2003 ein: Tanja war frisch verliebt.
Inzwischen hatte sie einen Arzt gefunden, der ihr weiterhin Methadon gab. Es gelang ihr, den täglichen Methadonbedarf zu verringern, trank dafür verstärkt Alkohol und nahm Tabletten zu sich. Ihr Gesundheitszustand verschlechterte sich. Zunehmende Infektionen und Asthma machten ihr zu schaffen.
Im September 2003 bekam sie bei einem Arztbesuch einen schweren Asthmaanfall mit mehrminütigem Herzstillstand. Nur ein Luftröhrenschnitt konnte ihr Leben retten. Tanja wurde in ein künstliches Koma versetzt. Auf einer Hamburger Intensivstation wurde der Luftröhrenschnitt nachbehandelt und sie wurde künstlich beatmet. Untersuchungen zeigten, dass Tanjas Gehirn schwere Schäden davongetragen hatte. Ihre HIV-Infektion war ausgebrochen, der Körper durch Infektionen geschwächt. Nach Absetzung des künstlichen Komas erwachte sie nicht mehr.
In der Nacht vom 5. auf den 6. Oktober 2003 starb Tanja, gerade 29 Jahre alt.
Die starke Wirkung von Opium und seinen Derivaten – Morphium und Heroin – erklärt sich aus der Tatsache, dass diese Substanzen sich natürliche Reaktionen des Körpers zunutze machen. Sehr komplexe Mechanismen werden in Gang gesetzt und bewirken eine Abstumpfung und Gewöhnung an die Droge.
Halluzinogene Pflanzen, die auch in religiösen und rituellen Handlungen verwendet werden, sind zweifellos die ältesten Drogen der Welt. Mit der Erfindung von LSD tauchte im 20. Jahrhundert eine revolutionäre neue Substanz auf. Sie beeinflusste ganze Generationen und schuf eine neue Kultur.
Obwohl Cannabis die weltweit am häufigsten konsumierte illegale Droge ist, birgt sie immer noch viele Geheimnisse. Erst seit einigen Jahren weiß man, welche Wirkung Cannabis auf das Gehirn hat.
Stimulierende Drogen wie Kokain und Amphetamine wirken auf das Glückszentrum im Gehirn. Das Tückische daran ist, dass unsere Instinkte und Überlebensreflexe auf diesem Gefühl beruhen und das Gehirn dazu drängen, dem Verlangen nach der Droge nachzugeben.
Tabak und Alkohol sind die in der Welt am meisten verbreiteten Suchtmittel und die gesundheitsschädlichsten dazu. Dass Tabak und Alkohol echte Drogen sind, wurde über viele Jahre geleugnet, heute ist diese Tatsache jedoch allgemein anerkannt.
Alkohol, Medikamente und Drogen können das Leben Abhängiger so dominieren, daß alles andere untergeordnet wird: Freunde, Familie und vor allem die eigene Gesundheit.
Obgleich der Zusammenhang zwischen Suchtmittel und Suchterkrankung offensichtlich ist, wird er von den Erkrankten nur sehr eingeschränkt wahrgenommen. Mit aller Energie und Phantasie wehren sie sich gegen die Wahrheit. Sie denken nur noch an die Droge, wie sie zu beschaffen ist und in welcher Dosis sie einen Augenblick erlösender Ruhe beschert.
Wie sehen die Mechanismen der Suchtentstehung aus? Welche biochemischen Veränderungen finden im Gehirn statt, und wie beeinflussen soziale Faktoren die Erkrankung? Diesen Fragen geht Herbert Biber in der Uniklinik Mannheim und in den Landeskrankenhäusern von Wunsdorf und Landeck nach.